Für Erwachsene

Johannes-Wilhelm Rörig

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Foto: Christine Fenzl

Alle, die sich für den Kinderschutz engagieren, sind in der aktuellen Corona-Krise in höchster Sorge um das Wohl vieler tausend Kinder. Familien sind lange und ununterbrochen zusammen, oft beengt und ohne Privatsphäre. Für viele ist das eine schwierige Situation, für Kinder und Frauen steigt das Risiko, in den eigenen vier Wänden misshandelt und missbraucht zu werden. Gerade jetzt kommt es auf höchste Sensibilität und Solidarität an.

Bitte passen Sie aufeinander auf!

Das können Sie tun

Diese Tipps und Strategien könnten helfen, wenn Sie sich Sorgen um ein Kind und seine Familie machen:

Aufmerksam sein

Verschließen Sie Augen und Ohren nicht, sprechen Sie mit anderen Nachbar*innen oder Menschen, die mit dem Kind, um das Sie sich Sorgen machen, zu tun haben.

Bleiben Sie ruhig

Denken Sie zuallererst an das Kind und machen Sie Ihrem Ärger nicht ungebremst Luft. Sprechen Sie die Person, von der Sie denken, dass sie einem Kind (sexuelle) Gewalt antut nicht auf den Verdacht an. Das kann zu einer Eskalation zulasten des Kindes führen. Das Kind muss geschützt sein, bevor eine verdächtigte Person davon erfährt. Sonst besteht das hohe Risiko, dass er oder sie das Kind unter Druck setzt und damit verhindert, dass es mit jemandem spricht. Das gilt leider auch für Menschen aus der eigenen Familie.

Lassen Sie sich beraten

Wenn Sie sich unsicher sind, rufen Sie eine Beratungsstelle an und lassen Sie sich beraten, was Sie tun sollen - kostenfrei und auf Wunsch anonym. Eine Auswahl von Beratungsstellen finden Sie hier auf der Seite.

Jugendamt und Polizei

Nehmen Sie Kontakt zum örtlichen Jugendamt auf, wenn Sie befürchten, dass ein Kind akut Opfer von (sexueller) Gewalt wird. Die Jugendämter sind auch in der aktuellen Situation erreichbar.

Rufen Sie die Polizei, wenn Sie glauben, dass Leib und Leben eines Kindes in Gefahr sind.

Versuchen Sie Streit zu unterbrechen

Wenn Sie als Nachbar*in einen Streit nebenan mitbekommen oder Lärm hören, der nach Gewalt klingt, könnten Sie versuchen, den Streit zu unterbrechen. Aber gefährden Sie sich nicht selbst, indem Sie zu schlichten versuchen. Klingeln Sie an der Tür und bitten Sie beispielsweise um etwas Salz oder zwei Eier. Häufig reicht das schon. So wird klar, dass jemand die Situation bemerkt, dass noch soziale Kontrolle da ist.

Halten Sie Kontakt

Wenn Sie von Freund*innen oder Bekannten wissen, dass es familiäre Probleme gibt, könnten Sie versuchen, den Kontakt zu halten, telefonisch, um rauszuhören, wie die Situation ist.

Machen Sie auch andere auf Hilfsangebote aufmerksam

Drucken Sie Flyer oder Plakate von dieser Seite aus und hängen sie im Hausflur auf. Oder in Ihrer Praxis, im Supermarkt, in der Drogerie oder Apotheke. Sie können auch Nachbar*innen, bei denen Sie die Vermutung haben, dass es dort familiäre Probleme gibt, einen Flyer in die Hand drücken, mit der Ausrede: „Ich habe von denen heute so viele bekommen. Ich gebe dir auch mal einen.“

So können Sie mithelfen

Unser Flyer und unsere Plakate sollen in allen Hausfluren hängen, in allen Supermärkten, Apotheken, bei allen Ärzt*innen, in allen Krankenhäusern, an jedem Baum. Wir möchten, dass Menschen erfahren, dass Sie aufeinander aufpassen sollen und was zu tun ist, wenn sie einen Verdacht oder ein komisches Gefühl haben. Wir möchten, dass das Internet über das Thema spricht und auf unsere Seite und unsere Hilfeangebote hinweist. Wir möchten, dass Kinder und Jugendliche erfahren: es gibt Hilfe.

Teilen Sie unsere Aktion #keinkindalleinelassen

Hängen Sie Flyer oder Plakate öffentlich aus

Weisen Sie in Gesprächen auf unsere Hilfen hin

Verteilen Sie Flyer

Hier finden Sie Hilfe

  • Hilfetelefon Sexueller Missbrauch

    An die Nummer 0800 22 55 530 kann sich jeder wenden, der sich Sorgen um ein Kind macht. Montags, Mittwochs und Freitags von 9-14 Uhr und Dienstags und Donnerstags von 15-20 Uhr kann telefonisch Hilfe geholt werden. Das Angebot richtet sich an Betroffene, Eltern, Angehörige, Freundinnen und Freunde und Nachbarn. Erfahrenes und geschultes Personal hört Ihnen zu, berät, gibt Informationen und zeigt – wenn gewünscht – Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung vor Ort auf. Rufen Sie kostenfrei und anonym an! Mail: beratung@hilfetelefon-missbrauch.de www.hilfetelefon-missbrauch.de

  • Hilfeportal Sexueller Missbrauch

    Beratungsstellen, Notdienste, Therapeut*innen sowie Flüchtlingsberatungsstellen in Ihrer Nähe, die Fragen zu sexuellem Missbrauch beantworten, finden Sie hier: www.hilfeportal-missbrauch.de

  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

    Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch immer erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung bekommen Betroffene hier Hilfe - 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freund*innen sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten. www.hilfetelefon.de

  • Hilfetelefon Gewalt an Männern

    Das Hilfetelefon "Gewalt an Männern" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Männer, die Gewalt erlebt haben oder noch immer erleben. Unter der Nummer 0800 12 39 900 bekommen Betroffene hier Hilfe. Die Sprechzeiten: Mo-Do: 9-13 Uhr und 16-20 Uhr. Fr: 9-15 Uhr. Auch per mail ist das Hilfetelefon erreichbar: beratung@maennerhilfetelefon.de. Angehörige, Freund*innen sowie Fachkräfte werden ebenfalls anonym und kostenfrei beraten.www.maennerhilfetelefon.de

  • Elterntelefon

    Haben Sie Kinder und brauchen Unterstützung? Montags bis Freitags von 9 bis 17 Uhr, Dienstags und Donnerstags von 17 bis 19 Uhr und zusätzlich am Dienstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr können Sie sich telefonische Hilfe unter 0800 111 0 550 holen. Geschultes Personal berät Sie und kann Lösungen für Ihre Probleme und Sorgen finden. Kostenfrei und anonym.

  • bke-Elternberatung

    Haben Ihre Kinder Probleme in der Schule? Streiten Sie sich ständig mit Ihren Kindern? Wenn Sie Fragen zur Erziehung ihrer Kinder haben, oder sich um diese sorgen, können Sie sich auf eltern.bke-beratung.de mit anderen Eltern austauschen. Es stehen auch erfahrene Berater*innen zur Seite, die mitdiskutieren und an die Sie sich kostenlos und anonym wenden können.

  • Elternsein.info

    Schwangere und Eltern mit Kindern bis 3 Jahre finden hier Beratung, wenn sie Fragen und Sorgen rund um die Familie haben, in Not oder in einer Konfliktsituation sind. Hier gibt es eine Übersicht an professionellen und ehrenamtlichen Beratungsmöglichkeiten für (werdende) Eltern per Telefon oder Online-Beratung. www.elternsein.info

  • Frauenhauskoordinierung e.V.

    Wenn Sie in Ihrer Partnerschaft Gewalt erfahren haben, können Sie hier www.frauenhauskoordinierung.de Hilfe bekommen. In 11 Sprachen finden Sie Informationen zu Frauenhäusern und Fachberatungsstellen deutschlandweit. Auf www.frauenhauskoordinierung.de/hilfe-bei-gewalt/frauenhaussuche/ können Sie nach Frauenhäusern in ganz Deutschland suchen.

  • Medizinische Kinderschutzhotline

    Bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Kindesmissbrauch können Sie als Fachkraft der Heilberufe bei der Kinderschutzhotline anrufen. Geschultes Personal berät sie dort jederzeit unter der Nummer: 0800 19 21 000. Das Angebot ist kostenlos und anonym.

  • Hilfetelefon tatgeneigte Personen

    Wenn Sie dazu neigen, ihren Angehörigen gegenüber gewalttätig zu werden, sich zu einem Kind hingezogen fühlen oder kinderpornografische Inhalte im Netz besuchen wollen, rufen Sie an unter 0800 70 222 40. Am Telefon wird Ihnen zugehört und die Berater*innenhelfen Ihnen, keine Straftat zu begehen. Sie erreichen das Hilfetelefon kostenlos und anonym von Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr.

  • Caritas

    Die Caritas bietet Ihnen Hilfe bei Problemen, ob als Eltern, Kinder, Rentner*in, als Süchtige*r oder Angehörige*r von Straftäter*innen. Online können Sie mit erfahrenen Berater*innen kostenfrei chatten und sich über Beratungsstellen an Ihrem Wohnort informieren. Schreiben Sie eine Nachricht unter: www.caritas.de

  • Telefonseelsorge

    Wenn Sie müde vom Leben sind oder überlegen, sich das Leben zu nehmen, rufen Sie an unter: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 oder 116 123. Erfahrene Mitarbeitende der Telefonseelsorge hören Ihnen rund um die Uhr zu, an jedem Tag im Jahr. Auch bei allen anderen Sorgen, wie Mobbing, Verlust des Arbeitsplatzes oder Sinnkrisen können Sie sich hier melden. Wenn es Ihnen nicht möglich ist, telefonisch in Kontakt zu treten, schreiben Sie eine Mail oder lassen sich online beraten unter: www.telefonseelsorge.de

  • Opfertelefon Weißer Ring

    Wer Opfer einer Straftat wurde, hat das Recht gehört zu werden. Berater*innen helfen telefonisch unter 116 006, jeden Tag von 7- 22 Uhr und das kostenlos und anonym. Zögern Sie auch nicht anzurufen, wenn Sie Zeuge einer Straftat wurden oder wenn Sie ein Opfer kennen, das Unterstützung benötigt. Wenn der Täter sich in ihrem häuslichen Umfeld befindet und Sie nicht anrufen können, melden Sie sich online unter www.weisser-ring.de

  • Pro familia

    Wer Fragen zu Liebe, Partnerschaft, Sexualität oder Schwangerschaft hat, kann Hilfe von Pro familia bekommen. Ausgebildete Berater*innen geben anonym Antwort. www.profamilia.de

Unterstützen auch Sie unsere Initiative!

Wir lassen kein Kind alleine. Unterstützen auch Sie unsere Initiative! Schreiben Sie uns, wie Sie geholfen haben. Schicken Sie uns Fotos, wie Sie den Flyer oder die Plakate verbreitet haben oder mit welchen Aktionen Sie helfen. Ihre Aktion werden wir hier auf der Seite teilen. Kontakt: kontakt(at)kein-kind-alleine-lassen.de

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